Schadenslage im Wald: Nach dem Sturm und was macht der Borkenkäfer?

Ein entwurzelter Baum ist umgestürzt und hat sich in den Ästen anderer verfangen.Zoombild vorhanden

Einzelne, angeschobene Fichte

Der Sturm am Sonntag, den 31. Mai 2026, hat in weiten Teilen Ostbayerns und Mittelfrankens Spuren hinterlassen.

Vereinzelte Windwürfe und Brüche sind auch in den Wäldern der Landkreise Regen und Freyung-Grafenau zu verzeichnen. Besonders betroffen sind die Bereiche rund um Frauenau und Langdorf, wo es zu stärkeren Schäden durch flächige Wind-würfe und Brüche gekommen ist. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen (AELF) ruft Waldbesitzende dazu auf, ihre Wälder zu kontrollieren und beschädigte Fichten im Sinne einer sauberen Waldwirtschaft zeitnah zu entfernen.

Auch bei geringen Sturmschäden: Gefahr für den Wald

Die heftigen Unwetter mit orkanartigen Böen haben vielerorts Bäume entwurzelt oder gebrochen. Besonders gefährlich sind dabei die einzeln geworfenen oder angeschobenen Fichten, die durch die entstandenen Verletzungen ideale Bruträume für den Borkenkäfer bieten und leicht zu übersehen sind. „Die Kontrolle der Wälder ist jetzt entscheidend, um auch geringe Schäden zu erfassen und die Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern“, erklärt Bereichsleiter Forsten Christoph Salzmann vom AELF Regen. Waldbesitzer sollten ihre Flächen zeitnah auf Sturmholz und geschädigte Bäume überprüfen. „Gerade die einzeln geschädigten Bäume sind kritisch, da sich der Borkenkäfer dort schnell einbohren und vermehren kann und schließlich auf gesunde Nachbarbäume ausweicht“, ergänzt Abteilungsleiter Wolfgang Kreuzer. Die Gefahr besteht, dass sich die Käferpopulation auf an-grenzende, gesunde Fichten ausbreitet.

Borkenkäfer: Aktuelle Lage und saubere Waldwirtschaft

Der Buchdrucker, die wohl bekannteste Borkenkäferart, hat trotz des trockenen und teilweise heißen Frühjahrs bisher wenig Einfluss auf gesunde, stehende Fichten. „Der stehende Befall ist aktuell kaum zu verzeichnen, jedoch zeigt sich der Käfer bereits deutlich im liegenden und geschädigten Holz“, so Salzmann. Die saubere Waldwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil des Waldschutzes. Waldbesitzer sollten gezielt nach geschädigten oder befallenen Bäumen suchen und diese konsequent aufarbeiten. Dabei ist es wichtig, das Holz mindestens 500 Meter vom Wald zu transportieren oder abzufahren. Auch Baumkronen und Äste müssen entfernt oder gehäckselt werden, da sie als Brutstätte für die nächste Käfergeneration dienen können.

Weitere Informationen

Informationen zum Borkenkäfer und zur Bekämpfung

Bohrmehl auf der Rinde eines Baumstamms

Woran erkennen Sie frischen Käferbefall? Wann muss aufgearbeitet werden? Diese und viele weitere Fragen beantwortet diese Seite nicht nur anhand von Texten und Bildern, sondern auch mit Videos. Darüber hinaus sind für Sie die wichtigsten Fakten zur Förderung im Rahmen der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung zusammengefasst.  Mehr