So viel Holz wie nie: Warum Waldbesitz jetzt aktive Pflege braucht
von Christoph Salzmann

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Harvester im Mischwald

In Bayerns Wäldern steht heute so viel und so dickes Holz wie noch nie.

Vor allem private Wälder bevorraten besonders viel Holz – damit liegt Bayern bundesweit und sogar weltweit an erster Stelle, auch die Privatwälder in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau bilden hier keine Ausnahme. Das klingt zunächst gut, bringt aber auch Probleme.

Wald ist kein Sparbuch

Viele Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sehen den Wald wie ein Sparbuch: Man legt etwas an und denkt, es vermehrt sich von selbst. Doch dieser Vergleich passt heute nicht mehr. Auf einem Sparbuch sorgt der Zinseszins dafür, dass mehr Geld automatisch mehr Gewinn bringt. Bei Bäumen ist das anders: Ihr Wachstum hängt nicht direkt davon ab, wie viel Holz schon da ist und Risiken gibt es im Wald auch.

Warum mehr Holz nicht automatisch mehr Zuwachs bedeutet

Christoph Salzmann, Leiter des Forstbereichs am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regen, erklärt: „Wer sein Holz nur stehen lässt, kann durch Borkenkäfer, Stürme und Trockenheit viel verlieren. Regelmäßig und fachgerecht Holz zu ernten, schützt Wald und Geldbeutel zugleich.“ Je älter und dichter ein Wald wird, desto größer werden auch die Gefahren. „Stürme, Borkenkäfer oder schwankende Holzpreise können in kurzer Zeit große Schäden anrichten und hohe Kosten verursachen.“, ergänzt Salzmann. Jüngere Wälder wachsen schneller, wenn sie genug Licht und Platz bekommen. Wer regelmäßig Holz nutzt, verjüngt seinen Wald rechtzeitig – bevor es Sturm und Käfer machen – und senkt das Risiko.

Nachhaltige Nutzung sichert Wald und Einkommen

Aktive Waldpflege ist kein Raubbau. Gezielte Durchforstungen schaffen Raum für starke Zukunftsbäume, fördern Mischwälder und machen den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel. So verbindet nachhaltige Holznutzung Umweltschutz mit gutem Einkommen – davon profitieren Waldbesitzende und die Gesellschaft, die Holz als klimafreundlichen Rohstoff braucht.
Das AELF Regen ruft daher alle Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer auf: Pflegen Sie Ihren Wald und nutzen Sie das Holz rechtzeitig. Ein vitaler, gemischter und gut bewirtschafteter Wald ist kein starrer Geldspeicher, sondern ein lebendiger Schatz, der durch regelmäßige Pflege für Sie erhalten bleibt. Gerne beraten und unterstützen Sie die Försterinnen und Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen zu diesem Thema.

Örtliche Zuständigkeiten der Forstreviere