Praxisunterricht im Freien
Fit im Schnitt

Für das Fach "Garten und Natur" verlegte die Teilzeitschule Hauswirtschaft Regen im März 2026 kurzerhand den Unterricht ins Freie. Kreisfachberater Martin Straub vermittelte den Studierenden praxisnah grundlegende Techniken zur Pflege von Obstbäumen, Beerensträuchern und Weinreben. Unter fachlicher Anleitung durften alle gemeinsam einen Zwetschgenbaum im Schulgarten in Form bringen.

„Man muss einen Hut durch einen Obstbaum werfen können.“ Mit dieser alten Gärtnerweisheit fasste der Kreisfachberater das Grundprinzip des richtigen Obstbaumschnitts für die die Studierenden an der Teilzeitschule Hauswirtschaft in Regen zusammen. Soll heißen: Die Krone eines Obstbaums soll locker aufgebaut sein, damit – bildlich gesehen- ein Hut hindurchfliegen könnte. Denn ein Baum trägt nur dann gut, wenn genügend Licht und Luft in seine Krone gelangt. Wird er regelmäßig geschnitten, so erhält man im Herbst zwar wenigere, aber größere Früchte in erreichbarer Höhe.

Im vorgeschalteten Unterricht im Fach „Garten und Natur“ erklärte der Referent neben den Grundlagen des Obstbaus den richtigen Pflanzschnitt an einem jungen Baum und den anschließenden Erziehungsschnitt. Dabei ging er insbesondere auf die Gesetze zur Triebförderung und die Auswirkungen durch entsprechende Schnitte ein. „Je stärker ich einen Baum zurückschneide, desto stärker treibt er im Frühjahr aus“, fasste er zusammen. Auch die Auslichtung von Beerensträuchern wie Himbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren und die Erziehung von Weinreben zeigte er ausführlich auf.
Für den Praxiseinsatz hatte er eine große Auswahl an Werkzeugen von der Astschere bis zur Baumsäge inclusive Pflegematerial mitgebracht. Er erklärte, worauf bei der Anschaffung und Nutzung der Gerätschaften zu achten sei und wies auf Arbeitssicherheit und Schutzausrüstung hin. Auf alle Fragen ging er umfassend ein und führte anschließend den praktischen Schnitt an einem Zwetschgenbaum im Schulgarten vor.
„Entfernt zuerst die abgestorbenen Äste, dann nach innen wachsende oder konkurrierende Zweige. Achtet dabei auf einen sauberen Schnitt und lasst keine Stummel stehen,“ wies er an. Denn ein Aststummel könne wieder austreiben oder eine Eintrittspforte für Pilze bilden. Aber auch ein großer Schnitt zu nah am Stamm sei zu vermeiden, damit die Wunde nicht unnötig groß werde. Anschließend durften die Studierenden selbst Hand anlegen. Erst zaghaft, dann immer mutiger wagten sich die Studierenden unter der Anleitung von Straub an den Schnitt und brachten den Baum fachgerecht in Form. Damit haben sie die optimalen Voraussetzungen geschaffen, dass der Baum zukünftig gesund, vital und ertragreich bleibt.