Praxisnahe Veranstaltungen 2026
Rundum informiert bei den Pflanzenbautagen
Zoombild vorhanden
© AELF Regen, Silke Fischer
Effiziente Düngung für mehr Qualität im Grundfutter, Sortenwahl und Pflanzenschutz für ertragreiche Mais- und Getreidebestände, rechtliche Neuerungen bei Düngebedarfsermittlung und bodennaher Gülleausbringung.
Vielfältige, pflanzenbauliche Themen präsentierte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regen den Teilnehmenden der beiden Pflanzenbautage. Diese fanden jüngst am Ayrhof und zusätzlich online an einem Abend statt.
Auf besonderes Interesse stieß der Vortrag von Dr. Ludwig Lichtenegger der Firma K+S, der als Gastreferent am Ayrhof eindrücklich erläuterte, mit welchen Nährstoffen sich die Futterqualität von Grünland und Mais nachhaltig steigern lässt.
Unterschiedliche Betrachtung der Nährstoffversorgung
Doch auch Kalium, dem mengenmäßig bedeutendsten Hauptnährstoff vieler Pflanzen, muss im Hinblick auf zunehmende Witterungsextreme und einem steigenden Risiko von Frühsommertrockenheit mehr Bedeutung zugemessen werden. Denn Kalium steuert den Wasserhaushalt der Pflanzen und ist essenziell für den Stofftransport in der Pflanze. Im Bereich der Mikronährstoffe hob Lichtenegger die Bedeutung von Magnesium und Bor hervor. Magnesium ist Baustein des grünen Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll und spielt somit eine wichtige Rolle bei der Photosynthese. Bor ist wichtig für die Einkörnung der Kolben. Liegt ein Bormangel vor, wird der Mais nicht vollständig befruchtet, Teile des Kolbens bleiben leer – der Stärke- und Energiegehalt des Ernteguts sinkt.
Sortenauswahl, Pflanzenschutz und Fruchtfolgegestaltung von Bedeutung
Die Aufbrauchsfrist für Flufenacet-haltige Mittel (u.a. Bandur Forte, Cadou SC, Herold SC) endet im Dezember 2026. Die Entwicklung eines neuen Wirkstoffs, der an die Stelle von Flufenacet treten könnte, ist aktuell nicht absehbar. Als Alternative muss auf bereits vorhandene Herbizidwirkstoffe zurückgegriffen werden, die unter Umständen aber nicht die gleiche Bekämpfungsleistung gegen Ungräser aufweisen wie Flufenacet. Deshalb ist es wichtig, neben dem chemischen Pflanzenschutz auch auf integrierte Maßnahmen wie erweiterte Fruchtfolgen und späte Saattermine zu setzen.
Der Experte für Pflanzenschutz berichtete auch über die zunehmende Verbreitung des Maiswurzelbohrers, für den das Monitoring im Jahr 2025 vor allem im Landkreis Freyung-Grafenau hohe Fangzahlen ergab. Bei hohem Befall birgt der Maisschädling ein enormes Schadpotenzial, das bis zum Totalausfall der Ernte reichen kann, warnte Brunner. Was ist nun zu tun? „Die einzige wirkungsvolle Gegenmaßnahme stellt die Fruchtfolgegestaltung dar“, betonte Brunner. Der Anbau von maximal zweimal Mais in drei Jahren wird dringend empfohlen.
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Kriterien die erfüllt werden müssen:
- > 15 ha LF
- > 2 ha Sonderkulturen
- > 750 kg jährlicher Stickstoffanfall aus eigener Tierhaltung
- Aufnahme von organischen oder organisch-mineralischem Dünger (ab erstem Kubikmeter)
Neue Vorgaben: Information und Einhaltung Pflicht
Ein weiterer Punkt war der schrittweise Rückzug der LfL aus kostenfreien Programmen für Landwirte im Bereich der Düngung. Im ersten Schritt werden u.a. die Programme zur Düngebedarfsermittlung eingestellt; die Berechnung ist letztmalig im Frühjahr 2026 für die Düngesaison 2026 möglich. Danach müssen Landwirte auf Angebote von Verbundpartnern oder aus der Privatwirtschaft zurückgreifen, die im Rahmen von Ackerschlagkarteien auch Tools zur Düngebedarfsermittlung anbieten. Mit einem Hinweis auf die erweiterten Aufzeichnungspflichten bei Pflanzenschutzmaßnahmen konnte die Liste der fachrechtlichen Neuregelungen abgeschlossen werden. Welche Angaben exakt in die Aufzeichnungen aufgenommen werden müssen, findet sich ebenfalls auf der Seite der LfL. Die zunächst für Januar 2026 angekündigte elektronische Aufzeichnungspflicht von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurde hingegen um ein Jahr auf Januar 2027 verschoben.
Hauptschadensjahr des Engerlings - Gründlandversuch läuft
Für rund 700 ha Grünland wurde von den Landwirten per Härtefallregelung ein Antrag auf Grünlanderneuerung gestellt. Denn die mechanische Bekämpfung mit der Fräse stellt bisher die wirksamste und nahezu alternativlose Bekämpfungsmöglichkeit bei Engerlingsbefall dar. „Unser Grünland muss in einem vitalen Zustand gehalten werden, oder in einen solchen gebracht werden“, betonte Silke Fischer. Denn vitale Grünlandbestände hätten auch eine höhere Widerstandskraft gegen tierische Schädlinge wie den Engerling. Auch am AELF Regen startet in diesem Jahr deshalb ein Grünlandversuch auf den Flächen des Demonstrationsbetriebs von Johannes Schlecht aus Kollnburg. Mit einem Kalkversuch soll der Einfluss des pH-Wertes auf den Grünlandaufwuchs praxisnah erprobt und die Ergebnisse den Landwirten bei Veranstaltungen vor Ort vorgestellt werden.
Ansprechpartner
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Bodenmaiser Straße 25
94209 Regen
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E-Mail: poststelle@aelf-rg.bayern.de
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