Vielfältige Vorträge und Betriebsbesichtigung
Traditioneller Milchviehtag in Eppenschlag

Vier Referenten und in der Mitte eine Referentin stehen im Gasthaus vor einem Rollup.Zoombild vorhanden

© AELF Regen

Verschiedene staatliche Förderprogramme, Herdenschutz Wolf, bodennahe Gülleausbringung, Stallbaulösungen für Jungvieh und deren Fütterung sowie Digitalisierung in der Milchviehhaltung standen beim jährlichen Milchviehtag 2026 in Eppenschlag im Fokus. Am Nachmittag öffnete Martin Rager aus Stadl bei Rinchnach seine Stalltür für eine Betriebsbesichtigung, zu der auch eine Gülleseparierungsanlage im praktischen Einsatz gezeigt wurde.

Volles Haus bescherte der Milchviehtag den Organisatoren vom AELF Regen. Behördenleiter Christian Loibl freute sich bei seiner Begrüßung, dass insbesondere so viele junge Landwirtinnen und Landwirte der Einladung gefolgt waren. Ein breit gefächertes Programm erwartete das Publikum. Anwärter Markus Bauer vom AELF Regen hob bei seinem Vortrag hervor, dass die Einteilung in grüne, gelbe und rote Gebiete ab sofort aufgelöst sei, dadurch aber jetzt eine Pflicht zur Düngebedarfsermittlung für alle Betriebe bestehe. Des Weiteren ging er auf die verschiedenen neuen Auflagen ein, die erfüllt werden müssen, wenn die Ausnahme von der bodennahen Gülleausbringung in Anspruch genommen wird.

Förderprogramme für Rinderhalter

Die neuen Förderkulissen für Zäune, mobile Ställe und Herdenschutzhunde im Rahmen des bayerischen Förderprogramms Herdenschutz Wolf stellte Anwärter Johannes Poschinger vom AELF vor. Die Förderung gelte sowohl für landwirtschaftliche Betriebe als auch im Privatbereich. Das Thema Tierwohl zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag von Organisatorin und Moderatorin Ulla Scheibke. Sie stellte die Anforderungen des Veterinäramtes an das Wohlbefinden der Tiere vor und ging auf verschiedene investive Förderprogramme in der Rinderhaltung wie das einzelbetriebliche Investitionsförderpogramm (EIF), das Bayerische Sonderprogramm Landwirtschaft (BaySL) und das Bayerische Bergbauernprogramm ein. Zudem stellte sie das jährlich zu beantragende Bayerische Programm Tierwohl (BayProTier) vor, das laufende Kosten für mehr Tierwohl im Schweine- und Rinderaufzucht-/ Mastbereich abdeckt.

Digitalisierung in der Milchviehhaltung

Georg Hammerl sprichtZoombild vorhanden

© AELF Regen

Wie kann ein digitales Herden- Management im Milchviehbetrieb erfolgen? Dazu teilte Georg Hammerl, der Leiter des Staatsguts Almesbach, seine Praxiserfahrungen mit verschiedenen Management- Systemen im Lehrbetrieb mit den Teilnehmenden. Denn schon ab etwa einer Betriebsgröße von 20 Milchkühen stoße die klassische analoge Herdenüberwachung an seine Grenze. Digitale Systeme dagegen böten Arbeitserleichterungen, schnellere Entscheidungsfindungen sowie eine bessere Tiergesundheit durch eine dauerhafte Überwachung. Zum Beispiel liefern Bewegung, Fress- und Wiederkauzeiten oder Körpertemperatur der Tiere zeitnah Hinweise auf den Gesundheitszustand. Viele Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter beruhige es, wenn sie schon vor dem Stallgang wissen, was gerade im Stall los ist. Hammerl empfahl den Anwesenden: „Beschränken sie sich auf wenige, gut vernetzbare Systeme, die den Abgleich mit den Daten des LKV erlaubt.“ Gleichwohl dürfe man durch die mobilen Anwendungsmöglichkeiten nicht „der Knecht vom Handy“ werden.

So baut man heute für Jungvieh

Viele Fotos und Pläne von gelungenen Jungviehställen hatte Bauberater Johannes Mautner vom AELF Abensberg- Landshut zusammengetragen. Er plädierte dafür, Überflüssiges wegzulassen und von der kompakten, geschlossen Bauweise zum einfachen, offenen „entrümpelten“ Stall zu kommen. Dadurch seien die Tiere Außenklimareizen wie Licht, Luft und Sonne ausgesetzt, was zu einer verbesserten Tiergesundheit führe. Mehrhäusige, offene Ställe mit einem überdachten Futtertisch reichten hierfür aus. Das eingesparte Geld könne in befestigte Bewegungsflächen, ausreichende Wasserversorgung, Fellbürsten und Liegekomfort investiert werden

Gülleseparierung im praktischen Einsatz bei Betriebsbesichtigung

Viele Teilnehmende stehen vor einem Milchviehstall.

© AELF Regen

Florian Scharf vom AELF Abensberg- Landshut betonte, dass bei der Fütterung der Jungrinder ein frühes Erstkalbealter wirtschaftlich entscheidend ist. Dies liegt im Landkreis Regen aktuell bei 29,2 und im Landkreis Freyung- Grafenau bei 28 Monaten. „Denn 40 Prozent ihrer Lebenszeit verbringen die Tiere im Jungviehstall.“ Zur Verbesserung dieses Wertes empfahl der Fachberater in der Tränkephase: „Gebt den Kälbern länger Milch. Als Orientierungswert können 100 Tage angesetzt werden.“ Die Bereitstellung von Heu, frühzeitig auch Wasser und vorbereitende Fütterung mit eiweißreichem Kraftfutter trage sein Übriges dazu bei. Im zweiten Lebensjahr solle eine angepasste Fütterung erfolgen, ohne dass die Tiere verfetten, um baldmöglichst die Zuchtreife zu erlangen.