Coaching Kita- und Schulverpflegung in Neureichenau
So schmeckt Kindern und Jugendlichen gesundes Essen

6 Personen sitzen in einem Halbrund vor einem quadratischen TischZoombild vorhanden

© AELF Regen

Montag, zwölf Uhr in der Schule am Dreisessel in Neureichenau. Die Kinder sitzen beim Mittagessen im hellen, modernen Speisezimmer der neugebauten Schule. Heute gibt es Gyros mit Tomatenreis, an der Salatbar dürfen sich die Kinder selbst bedienen. Wie schmeckt es? „Mmm, sehr gut“, antworten vier Mädchen am Tisch geradeheraus.

Rund 180 Schul- und Kindergartenkinder essen mittags wöchentlich in der Schule oder im Kindergartendorf St. Leonhard. Seit September letzten Jahres nehmen die beiden Einrichtungen am Coaching Kita- und Schulverpflegung teil, um die Verpflegung gesundheitsförderlicher und nachhaltiger zu gestalten.

„Das Essen für die Kinder soll gesund sein, qualitativ hochwertig, mit vielen regionalen Zutaten, vom Preis her für die Eltern erschwinglich und den Kindern soll es schmecken“, fasst Maria Reichmeyer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Abensberg- Landshut die schwierige Aufgabe zusammen.

Neues Verpflegungskonzept startet

Für das Schuljahr 2025/2026 berät Maria Reichmeyer als „Coach“ die Schule bzw. Kita in Neureichenau. Sie und ihre Kolleginnen vom Sachgebiet Gemeinschaftsverpflegung haben im Regierungsbezirk Niederbayern seit 2009 rund 50 Schulen und 60 Kitas auf dem Weg zu einem neuen Verpflegungskonzept begleitet. Mithilfe von Workshops und bis zu fünf Vor-Ort-Besuchen wird ermittelt, was sich verbessern lässt. Dabei werden alle Bereiche unter die Lupe genommen, vom Speiseplan über die Abläufe in der Küche bis hin zur Atmosphäre im Speiseraum.

Im sogenannten „Essensgremium“ holt sie zuerst alle Beteiligten an einen Tisch, also neben Schul-/Kitaleitung und Sachaufwandsträger auch pädagogisches Personal, Köche, Eltern- und Schulvertreter. Dabei legt sie Ziele und Lösungswege für das Coaching mit allen fest.
Junge Dame mit brünetten Haaren

„Die Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und Küche im Essensgremium läuft sehr harmonisch ab. Wir haben jetzt einen super Speiseplan.“
Verpflegungsbeauftragte Stephanie Kieninger vom Kindergartendorf St. Leonhard

Speiseplan als Gemeinschaftskonzept

Vor jedem Treffen reicht die Küche einen vierwöchigen Speiseplan ein. Maria Reichmeyer bespricht mit den Teilnehmenden, was noch optimiert werden kann und unterstützt mit vielen praktischen Tipps. Durch das bisherige Coaching hat sich bei der Verpflegung schon einiges verändert. Beim Mittagessen achten die Verantwortlichen darauf, Süßspeisen und Fleischgerichte zu reduzieren.
Dafür dürfen Vollkornprodukte sowie Hülsenfrüchte wie Linsen oder Bohnen in Form von Aufstrichen sowie in Suppen oder Lasagnen in den Speiseplan einziehen. Frittierte Pommes werden durch selbstgemachten Kartoffelbrei ersetzt und frisches Obst kommt in Form von Fruchtjoghurt oder Bananenmilch daher.

Kleine Schritte zur Änderung

Einmal pro Woche gibt es jetzt einen Fischtag, so Silvia Bauer von der Mensaküche. Oft helfe es auch, gewisse Lebensmittel immer wieder anzubieten, bis sie von den Kindern akzeptiert werden. Manche Zutaten könne man auch schrittweise einführen. Der Tomatenreis zum Gyros enthalte zum Beispiel Vollkornreis und weißen Reis gemischt.
Profilfoto Silvia Bauer

„Ich bin positiv überrascht, dass die neuen Änderungen im Speiseplan so gut angenommen werden.“
Silvia Bauer von der Mensaküche für Schule und Kindergartendorf.

Frische Ideen

Getreu dem Nachhaltigkeitsziel des Coachings setzen Schule und Kindergarten bei der Herkunft der Waren jetzt verstärkt auf regionale Anbieter. Back- und Fleischwaren stammen von einer Bäckerei beziehungsweise Metzgerei in unmittelbarer Nähe. Für das Frühstück im Kindergarten liefert ein heimischer Imker den Honig, die Eier sind aus größtenteils aus regionaler Herkunft und Milch und Joghurt werden sogar in Bioqualität von einer Hofmolkerei aus der Umgebung bezogen. Marmelade stellt die Hauswirtschaftskraft aus frischen Trauben aus dem Kindergarten her.

„Coach“ Maria Reichmeyer hinterfragt neben Speiseplan und Speisenherkunft auch die Abläufe in Schule und Kita beim Essen. Ein wichtiges Ziel dabei ist, mehr Ruhe in die Essensgruppen zu bringen und die Kinder aktiv miteinzubinden. Die Kinder im Kindergarten dürfen jetzt beispielsweise beim Schneiden und Herrichten von Frühstück und Brotzeit oder bei der Essensausgabe mithelfen. Dabei steigt die Wertschätzung der Lebensmittel, was zu deutlich weniger Verschwendung führt.

Gemeinsam zum Ziel

Durch die Vielzahl der bereits umgesetzten Maßnahmen und das Engagement aller Beteiligten sind Schule und Kindergarten auf einem sehr guten Weg, das Coaching am Jahresende erfolgreich abzuschließen.
Junge Dame mit blonden Haaren

„Mit unserem abwechslungsreichen Speiseplan, dem reichhaltigen Salatbuffet und der gesunden Obstpause brauchen wir uns nicht verstecken."
Astrid Weishäupl von der offenen Ganztagesschule (OGTS) der Schule am Dreisessel.

Die Teilnahme an den Coaching-Angeboten wird vom Staatsministerium finanziert und ist für alle Einrichtungen und Betriebe kostenfrei - auch dann, wenn sie mit Essen beliefert werden und nicht selbst kochen.

Die Bewerbungsphase für den Start im September läuft ab sofort bis 30. Juni 2026.
Eine unverbindliche Informationsveranstaltung findet statt am 21. April von 15 bis 16:30 Uhr online statt. Weitere Informationen zu den Angeboten unter folgendem Link: